Schwanger mit 16: „Ich dachte, mein Leben ist vorbei.”

Julie wurde mit 16 Jahren ungeplant schwanger – eine Situation, die ihr Leben von Grund auf veränderte. Zwischen Schulstress, Zweifeln und großen Träumen musste sie ihren eigenen Weg finden. Heute blickt sie zurück und erzählt in ihrer echten Geschichte, wie sie es geschafft hat.

„Ich habe Aaron auf einer Party kennengelernt – das war der 18. Geburtstag von einem Bekannten. Er hat mich gefragt, ob ich was trinken möchte, wir sind ins Gespräch gekommen, und ab da haben wir uns irgendwie nicht mehr aus den Augen verloren.

Zwischen uns hat sich dann so eine Freundschaft Plus entwickelt – ohne großen Plan.

Und dann, nach 1,5 Jahren, stand ich plötzlich mit einem positiven Schwangerschaftstest in der Hand in meinem Badezimmer.

Ich habe gemerkt, dass meine Periode ungewöhnlich lange ausblieb. Grundsätzlich war das bei mir nichts Ungewöhnlichesmein Zyklus war nie besonders regelmäßig. Aber so lange wie dieses Mal, das kannte ich von mir und meinem Körper nicht.

Also habe ich einen Schwangerschaftstest gemacht.

Eher aus dem Bauch heraus, weil ich keinerlei Symptome hatte und mir nicht ernsthaft vorstellen konnte, dass ich schwanger sein könnte.

Als ich dann das positive Ergebnis in der Hand hielt, hatte ich das Gefühl, dass mir im ersten Moment der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Ich war geschockt, überfordert, voller Fragen. Wie konnten wir so unachtsam sein? Warum haben wir nicht besser aufgepasst?

Es war klar, dass die Verantwortung bei uns beiden lag.

Damals habe ich noch bei meiner Mutter gewohnt, Aaron lebte in Hannover. Ich habe ihn direkt angerufen – er war gerade auf dem Weg zu einem Festival – und habe es ihm am Telefon gesagt. Wir mussten beide erstmal tief durchatmen und den Schock verarbeiten, so gut es eben ging.

Kurz darauf haben wir uns zusammengesetzt – gemeinsam mit meiner Mutter und auch mit Aarons Eltern – und angefangen, einen Plan zu machen. Wie sollte es jetzt weitergehen? Wie organisiere ich mein Abitur? Wie lässt sich sein Studium damit verbinden?

Was schaffen wir finanziell, zeitlich, emotional?

Wir haben uns zuerst einen groben Rahmen gesteckt – und dann von außen nach innen gearbeitet. Wir haben uns gefragt: Was ist das Ziel? Ich wollte mein Abitur abschließen, am besten pünktlich. Also: Was braucht es dafür? Welche Schritte kann ich selbst gehen? Was liegt in unserer Hand?

Diese Struktur hat uns geholfen, nicht in der Überforderung stecken zu bleiben, sondern in die Handlung zu kommen – Schritt für Schritt.

Meine Schwangerschaft verlief komplett ohne Komplikationen – genauso wie die Geburt.

Julie mit ihrer kleinen Tochter.

Julie mit ihrer kleinen Tochter. Foto: livingwithjulie

Sie war tatsächlich wunderschön und sogar ziemlich kurz. Ich hatte das große Glück, in meinem engsten Umfeld auf unglaublich liebe und unterstützende Menschen zu treffen. Besonders meine Freundinnen haben mich in dieser Zeit so sehr aufgefangen.

Es war fast so, als hätten sie jeden negativen Blick und jeden Kommentar schon abgefangen, bevor er überhaupt bei mir ankam. Sie haben diese Situation mit so viel Feingefühl getragen und mir dadurch ein Gefühl von Sicherheit und Normalität gegeben – dafür bin ich ihnen bis heute unendlich dankbar.

Auch meine Schule war sehr unterstützend.

Ich habe viel Rückhalt und Verständnis erfahren. Sechs Wochen vor der Geburt bin ich aus dem Unterricht gegangen, und acht Wochen danach wieder zurückgekehrt. Dank der Offenheit und Unterstützung meiner Lehrerinnen und Lehrer sowie meiner Freundinnen konnte ich viele Dinge aus dem Wochenbett nachholen oder teilweise sogar schon währenddessen gut vorbereiten.

Ich habe meine Tochter die ersten drei Monate gestillt und abgepumpt, bin in den Pausen nach Hause gelaufen, um sie zu füttern, und hatte meine Milchpumpe immer dabei – manchmal musste ich sogar im Unterricht schnell verschwinden, um abzupumpen.

Natürlich gab es auch Lästereien und Getuschel – aber von vielem habe ich tatsächlich erst später erfahren. In dem Moment selbst wurde ich davon weitgehend abgeschirmt, und das war rückblickend ein großes Geschenk.

Es war definitiv herausfordernd.

Aber ich hatte ein klares Ziel vor Augen: Ich wollte mein Abitur pünktlich schaffen, mir selbst beweisen, dass ich das kann, und vor allem meiner Tochter ein Vorbild sein. Ich wollte ihr die Kindheit ermöglichen, die sie verdient hat.

Ich bin abends noch arbeiten gegangen, um eine finanzielle Grundlage zu schaffen, habe Schulstoff nachgeholt, Aufgaben vorgearbeitet.

Aaron und Julie mit ihrer Tochter.

Aaron und Julie mit ihrer Tochter. Foto: livingwithjulie

Mein Alltag war voll, aber ich war voller Wille.

Ohne die zeitliche und emotionale Unterstützung meiner Mama, meiner Oma, meiner Freundinnen und auch Aarons Eltern wäre das in dieser Form niemals möglich gewesen. Sie haben mich getragen, mitgedacht, aufgefangen – und mir überhaupt erst ermöglicht, diesen Weg so zu gehen.

Es war nicht immer leicht, aber ich bin unendlich dankbar, dass ich diesen Rückhalt hatte.

Und heute weiß ich: Genau das hat mich stark gemacht.

Heute bin ich 24 Jahre alt, habe zwei wundervolle Kinder, bin verheiratet mit Aaron, wir leben als Familie in einem Haus, haben zwei Unternehmen aufgebaut – und ich bin gleichzeitig Unternehmerin, Content Creatorin, Studentin und Mama. Es ist immer noch viel – aber diesmal ist es selbst gewählt. Ich habe das geschafft, weil ich nie aufgehört habe, an mich zu glauben. Weil ich mir erlaubt habe, groß zu träumen, auch wenn es erstmal klein losging.

Mein größtes Learning ist, dass das Leben nicht immer nach Plan läuft – aber dass genau darin oft das größte Wachstum steckt. Ich würde niemals empfehlen, so früh schwanger zu werden. Es ist eine enorme Verantwortung, eine riesige Umstellung – gerade in einem Alter, in dem man eigentlich noch selbst herausfinden will, wer man ist.

Aber ich habe immer an mich geglaubt.

Ich habe an uns geglaubt – an Aaron, an unsere Familie, an das, was wir aufbauen wollen. Und ich habe durchgehalten. Auch in Momenten, in denen es leichter gewesen wäre, aufzugeben.

Heute haben Aaron und Julie zwei gemeinsame Kinder.

Heute haben Aaron und Julie zwei gemeinsame Kinder. Foto: livingwithjulie

Heute zahlt sich all das aus. Nicht nur in dem, was wir geschafft haben – sondern vor allem in dem, wer wir dadurch geworden sind.”


Liebe Julie, vielen Dank, dass wir deine berührende Geschichte erzählen durften. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft! Wenn ihr wissen möchtet, wie es für Julie weitergeht, schaut gerne bei ihrem Instagram-Account vorbei @livingwithjulie

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und übe mich als Patentante (des süßesten kleinen Mädchens der Welt, versteht sich). Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert. Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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Sabrina
Sabrina
10 Stunden zuvor

Respekt! Da bekomme ich wirklich Gänsehaut und bin beeindruckt wie klasse ihr das geschafft habt. Auch wenn es so nicht geplant war, seid ihr eine unglaublich tolle Familie geworden, aber ihr kommt offensichtlich auch aus ebenso tollen Familien 💕