Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen: Ein Blick auf den Wachstumshormonmangel

Als Eltern möchten wir nur das Beste für unsere Kinder. Wir beobachten sie beim Spielen, Lernen und Wachsen und freuen uns über jeden kleinen Fortschritt. Doch manchmal kann es vorkommen, dass das Wachstum nicht so verläuft, wie wir es erwarten. Wachstumsstörungen können viele Ursachen haben, und eine der häufigsten ist der kindliche Wachstumshormonmangel.

Es ist wichtig zu wissen, dass die endgültige Körpergröße eines Kindes auch davon abhängt, wie groß die Eltern sind. Um die erwartete Körpergröße deines Kindes abzuschätzen, kannst du auf Berechnungen zurückgreifen. Diese Informationen kannst du dann gemeinsam mit deinem Arzt bzw. deiner Ärztin besprechen, um ein besseres Verständnis für das Wachstum deines Kindes zu erhalten.

Mit diesem Artikel möchten wir dir einen Überblick über diese Erkrankung verschaffen, Einblicke zum Wachstumshormonmangel geben und parallel aufzeigen, welche Behandlungsmöglichkeiten und innovativen Therapieansätze verfügbar sind.

Was ist ein Wachstumshormonmangel?

Der Wachstumshormonmangel ist eine Unterkategorie der Wachstumsstörung und tritt auf, wenn der Körper nicht genügend Wachstumshormon produziert. Dieses Hormon ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung von Kindern. Ein Mangel kann dazu führen, dass dein Kind langsamer wächst als Gleichaltrige und möglicherweise nicht die erwartete Körpergröße erreicht.

Der Mangel an Wachstumshormon kann eine Vielzahl von unterschiedlichen körperlichen und geistigen Symptomen verursachen – wie zum Beispiel:

  • verringertes Wachstum
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • veränderte Körperzusammensetzung
  • langfristiges kardiovaskuläres Risiko
  • langfristiges Osteoporoserisiko

Ein Wachstumshormonmangel kann sich durch folgende Anzeichen zeigen

Es ist wichtig, dass die Entwicklung deines Kindes regelmäßig vom Kinderarzt bzw. von der Kinderärztin überwacht wird, um mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Der Arzt bzw. die Ärztin kann verschiedene Symptome beobachten, die auf ein mögliches Wachstumshormon-Defizit (Growth Hormone Deficiency, GHD) hinweisen könnten:

  1. Wachstumsverzögerung: Eine geringere Wachstumsgeschwindigkeit im Vergleich zu Gleichaltrigen.
  2. Körperliche Entwicklung: Geringere Muskelmasse und eine veränderte Fettverteilung.
  3. Verzögerte Pubertät: Spätes Einsetzen körperlicher Veränderungen.
  4. Kleinere Hände und Füße: Deutliche Unterschiede zu Gleichaltrigen.
  5. Verzögerte Zahnentwicklung: Spätes Erscheinen von Zähnen.

Sollten diese Anzeichen auftreten, ist es ratsam, einen Kinderarzt/ eine Kinderärztin oder einen Endokrinologen/ eine Endokrinologin zu konsultieren, um mögliche Mängel abzuklären.

Ursachen des Wachstumshormonmangels

Die Ursachen für einen Wachstumshormonmangel können vielfältig sein. In einigen Fällen ist er genetisch bedingt, während in anderen Fällen eine Funktionsstörung der Hypophyse – der Drüse im Gehirn, die das Wachstumshormon produziert, vorliegen kann. Auch bestimmte Erkrankungen oder Verletzungen können zu einem Mangel führen.

Tägliche Therapie

Die gute Nachricht ist, dass es seit 40 Jahren Therapiemöglichkeiten gibt, die das Wachstum deines Kindes unterstützen können – oder das fehlende Wachstumshormon komplett ersetzen. In der Regel wird ein Wachstumshormonmangel mit einer Hormonersatztherapie behandelt. Traditionell erfolgte diese Behandlung durch eine tägliche Injektion, was für viele Kinder und ihre Familien eine erhebliche Belastung im Alltag darstellt.

Tägliche Injektionen können nicht nur unangenehm sein, sondern auch emotionalen Stress verursachen und den Familienalltag beeinflussen. Viele Kinder empfinden dabei Angst oder Unbehagen, was sich negativ auf ihre Lebensqualität auswirken kann. Zudem zeigt die Praxis, dass eine tägliche Therapie häufig zu Schwierigkeiten bei der konsequenten Einhaltung der Behandlung führt. Dies kann die Wirksamkeit der Therapie beeinträchtigen und das Wachstum gefährden.

Wöchentliche Therapie vs. tägliche Therapie

In den letzten Jahren hat die Forschung im Bereich der Wachstumsstörungen große Fortschritte gemacht. Dazu gehört auch eine vielversprechende neue Therapieform, die es ermöglicht, das Wachstumshormon nur einmal pro Woche zu verabreichen, anstatt täglich. Diese wöchentliche Injektion kann den Alltag von Familien erleichtern und die Behandlung einfacher machen. Diese Therapieform wird von Kindern oft besser akzeptiert, sodass sie die Behandlung zuverlässiger durchführen. Das kann sich wiederum positiv auf das Wachstum auswirken.

Bei den wöchentlichen Therapieformen gibt es neben den herkömmlichen Spritzen auch einen modernen Applikator, der den Injektionsvorgang vereinfacht. Diese Therapiemethode kann die Lebensqualität deines Kindes und deiner Familie deutlich verbessern. Gleichzeitig unterstützt sie eine regelmäßige Anwendung, damit dein Kind bestmöglich beim gesunden Wachstum gefördert wird.

Die Unterschiede auf einen Blick

1x tägliche Therapie 1x wöchentliche Therapie
Anwendung Die Injektion erfolgt an 365 Tagen im Jahr.

Die Injektion erfolgt an 52 Tagen im Jahr.

Tageszeit

Es wird die Gabe am Abend empfohlen.

Die Tageszeit ist frei wählbar.

Aufbewahrung Ist vor Anbruch durchgehend kühlpflichtig. Bis zu 6 Monate ohne Kühlung haltbar.
Herausforderung Tägliche Injektion kann für manche Kinder belastend sein (z. T. finden die Kinder durch die vielen Injektionsstellen am Körper fast keinen Platz) und vergessene Dosen können nicht einfach nachgeholt werden. Kann eventuell vergessen werden – lässt sich aber innerhalb von zwei bis drei Tagen nachholen.

Aufklärung durch den Arzt

Wenn du Bedenken hast, dass dein Kind an einem Wachstumshormonmangel leiden könnte, ist es wichtig, sich von einem Spezialisten bzw. einer Spezialistin für Hormon- und Wachstumsstörungen im Kindes- und Jugendalter (Pädiatrischer Endokrinologe) umfassend aufklären zu lassen.

Sprich offen über deine Sorgen und lass dich über alle verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten informieren. Dein Arzt bzw. deine Ärztin kann dir helfen, die beste Vorgehensweise für dein Kind zu finden und alle Fragen, die du möglicherweise hast, zu beantworten.

Fazit

Wachstumsstörungen, insbesondere ein kindlicher Wachstumshormonmangel, können für Familien eine Herausforderung darstellen. Doch mit der richtigen Diagnose und Behandlungsform gibt es gute Aussichten auf gesundes Wachstum und eine positive Entwicklung deines Kindes.

Wichtig ist, dass die gewählte Therapie nicht nur das Wachstum fördert, sondern auch dazu beiträgt, die Auswirkungen auf das tägliche Leben zu verringern. So kann dein Kind trotz der Therapie ein möglichst normales Leben führen.

Lass dich nicht entmutigen – informiere dich, suche Rat und unterstütze dein Kind auf seinem Weg. Gemeinsam könnt ihr die besten Entscheidungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden deines kleinen Lieblings treffen. 🩷


Mit freundlicher Unterstützung von Ascendis Pharma

Carolina Baldin

Zwischen Alster und Elbe fühle ich mich in Hamburg ziemlich wohl. Hier lebe ich als alleinerziehende Mama zusammen mit meiner Tochter und unserer Hündin Ida. Da mir eine Vereinbarkeit als Einelternfamilie wichtig ist, plane ich meinen Alltag zwischen Job, Kind und Me-Time - mit allen Herausforderungen.

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